Kilian in Namibia – Mein erster Eindruck

Am Mittwoch, 16.08.2017, habe ich mich um acht Uhr in den FliegerRichtung Südafrika gemacht und bin am Donnerstagmorgen in den Flieger nach Windhoek umgestiegen. Das war der Start in mein einjähriges Namibia-Abenteuer. Dafür habe ich viel aufgegeben. Die NBBL mit einem Team, dass ich echt geliebt habe, die Chance auf wohlmöglich ein kleines bisschen Spielzeit in der Regionalliga-Mannschaft von Citybasket, meine Familie, Freundin und eine Menge an anderen Dingen habe ich in Deutschland gelassen. Aber was mich hier erwartet ist das schon wert.

Hier in Ongwediva, einer zumindest auf dem Papier ziemlich unscheinbaren Stadt im Norden Namibias, erwartet mich ein Projekt was dieses Jahr erst gestartet wurde, die Oshana Basketball-School. Die OBS ist ein Projekt, das von meinem Vorgänger Paul gegründet wurde. 14 Fünft- und Sechstklässler kommen nach der Schule (ab ein Uhr) zur OBS, einem blauen Container neben dem lokalen Jugendzentrum, dort wird zusammen gegessen, gelernt und nach vollbrachter Arbeit anderthalb Stunden trainiert. Trainiert wird auf einem Freiplatz neben einer Berufsschule. Das Feld ist ziemlich sandig, sodass keine wirklich gute Haftung am Boden garantiert werden kann. Dagegen sind die oft beklagten Böden in der Helmholtzhalle und Vestischen Arena gar nichts, um ehrlich zu sein. Aber die Mädchen und Jungs sind mit vollem Eifer dabei, beherrschen Korbleger zu meiner Begeisterung mit beiden Händen.
Spielbetrieb gibt es auch, fängt aber erst ab Dezember an und wird in Schulmannschaften organisiert. Ich selber werde wohl auch im sogenannten Veteran’s Team mitspielen, was aber laut Paul nicht mit deutschem Senioren Spielbetrieb zu vergleichen ist, da man sich nicht zum trainieren, sondern wenn überhaupt nur zum Spielen trifft. So werde ich die nächsten Wochen wohl meine Fitnessstudiokarriere mit neuen Erfolgen schmücken, denn im lokalen Gym habe ich mich schon angemeldet. Zu meiner Überraschung war das sogar von ziemlich hohem Standard. Möglicherweise werde ich auch laufen gehen, aber wer mich kennt, der weiß, dass laufen gehen nun wirklich nicht mein Ding ist und auch wegen der verrücken Temperaturen (35C und es ist wohlgemerkt noch Winter) eher nicht so intensiv von mir verfolgt werden kann/wird.
Letzte Woche habe ich schon bei einigen Trainingseinheiten zugeschaut und bin davon begeistert wie zielstrebig die Mädchen und Jungs trainieren, gleichzeitig aber auch vor Lebensfreude sprudeln. Natürlich gibt es sowas auch in Deutschland, aber nicht in dieser Form. In Deutschland würde sich niemand freiwillig eine Stunde bei 35 Grad in die Sonne stellen und dann vollgas im Training geben, erst recht nicht wenn es zu Hause womöglich nur eine Mahlzeit am Tag gibt und das Mittagessen an der OBS – aufgrund nicht vorhandenem finanziellen Spielraum – aus zwei Scheiben Toast besteht. Diese wenigen Eindrücke aus dem Training haben mir wirklich Freude bereitet, solch eine Freude über Sport, insbesondere Basketball, finde ich super und hat schon in den ersten Tagen meinen Blick für unseren westlichen Wohlstand geschärft, es mag abgehoben klingen, sich über folgendes zu wundern, sagt aber gleichzeitig viel über mein westliches Weltbild aus. In Namibia gibt es nur eine Sporthalle, in der regelmäßig Basketballspiele stattfinden, der Rest spielt draußen. Das war für mich schon ein kleiner Schock, ich hatte schon damit gerechnet, dass es in unserer Stadt zumindes eine Sporthalle gibt. Dei uns in der Gegend wohnen schließlich 100.000 Menschen, was eine Menge ist bei insgesamt2.000.000 Einwohnern.

Ich bin gespannt was mich noch so aus den Socken hauen wird. Bis dahin.
Euer Kilian

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